Indigo- und Kristall-Kinder

Die wunderbaren Revolutionäre unserer Zeit

 

Seit den 80er Jahren des letzten Jahrtausends werden wir verstärkt mit Menschen konfrontiert, die uns an unsere Grenzen bringen. Menschen die „anders“ sind oder „seltsam“.  Ist das Zufall? Oder Schicksal? Was sind das für Menschen, die in diese Zeit hineingeboren werden und sich so schwer tun „normal“ zu sein?

Da stehen wir also! Wieder einmal geht es um die Frage was ist normal und was ist es eben nicht?!
Für mich stellt sich diese Frage insofern nicht, als dass ich mich selbst für völlig normal halte und doch, wohl auch aufgrund meiner Berufswahl für seltsam gehalten werde.


1980 war ich 14 Jahre alt und wusste schon seit 9 Jahren, dass ich irgendwie anders bin. Ich wusste aus irgendeinem Grund immer mehr als andere Kinder in meinem Alter. Und das kuriose war, dass es auch Dinge betraf, von denen ich vorher noch nie etwas gehört hatte. Zum Beispiel in der Grundschule, im Geschichtsunterricht sprach meine Lehrerin über ihre Reise nach Ägypten, die sie in den letzten Ferien unternommen hatte. Sie erzählte so intensiv, dass ich sie plötzlich tatsächlich in Ägypten sah und ihr genau erklären konnte wie ihr Hotel ausgesehen hat, welche Kleidung sie trug, wie die Pyramiden von innen aussehen usw.
Auch im Biologie-Unterricht, als es darum ging zu beschreiben, woran man erkennt, dass ein Mensch schon älter ist und eine Klassenkameradin sagte, dass alte Menschen schlecht laufen können, fühlte ich mich geradezu gezwungen sie darüber aufzuklären, dass diese Menschen gar nichts dafür könnten, denn die hätten schließlich entweder Rheuma oder Arteriosklerose! Niemand in meiner Familie litt an einer solchen Krankheit und ich entstamme auch keiner Arzt-Familie. Als meine Lehrerin nachfragte, was das denn für Krankheiten seien, konnte ich ihr den Unterschied erklären und ihr die Wörter auch buchstabieren.
Es gibt noch viele solcher Anekdoten und ich weiß, dass einige von Ihnen ebenfalls ähnliche Geschichten erzählen können, doch wie erklärt man das?

Die modernste Erklärung eines solchen Phänomens ist wohl die, des Indigo-Kindes. Die Wissenschaftler und Esoteriker dieser Welt streiten sich hitzig über die Definition des Indigo-Phänomens. So, wie es immer ist, wenn sich die Welt verändert und man sich auf Neuerungen einlassen muss. Einig sind sich beide darüber, was es wohl zu bedeuten hat dieses Phänomen. Sie wissen es nur nicht!
Es bedeutet einmal mehr R E V O L U T I O N!

Laut Wikipedia (www.wikipedia.org) definiert sich Revolution folgendermaßen:
„Eine Revolution bezeichnet in der Soziologie sowie umgangssprachlich einen radikalen und meist, jedoch nicht immer gewalttätigen sozialen Wandel der bestehenden politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse. Er wird von einer organisierten, möglicherweise geheimen, Gruppierung von Neuerern getragen und findet die Unterstützung größerer Bevölkerungsteile.“
 
Schauen wir uns diese Revoluzzer oder Neuerer genauer an:
Geht man den streng wissenschaftlichen Gedanken nach, dann gibt es so etwas wie ein Indigo-Kind nicht. Zumindest ist die Wissenschaft im Moment nicht bereit, etwas, dass es nicht geben kann, zuzulassen. Das ist jedoch keine neue Vorgehensweise. Erinnern wir uns an die Zeit zurück als es um die Akupunktur als Heilmethode ging oder an die Theorie der schwarzen Löcher, die früher kategorisch abgelehnt wurde, um sie dann später doch anzuerkennen.

Wenden wir uns der Esoterik zu, finden wir sowohl umfangreiche als auch einfache Definitionen der Indigo-Kinder. Der Name Indigo leitet sich von der Farbe des 6. Chakra, auch Stirnchakra oder 3. Augegenannt, ab.
Die markantesten Eigenschaften der Indigo-Kinder:

  1. Sie wirken auf  ihr Umfeld schon in jungen Jahren wissend und weise, teilweise arrogant.
  2. Sie stellen jede Autorität in Frage.
  3. Sie hinterfragen jede Sache und Handlung mit „Warum?“.
  4. Sie versuchen starre Strukturen aufzubrechen.
  5. Sie entwickeln stets neue Konzepte, bringen ungewöhnliche Ideen ein, um Ziele zu erreichen.
  6. Sie können sich nur sehr schwer auf andere Menschen einlassen.
  7. Sie zeigen häufig Symptome einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADS/ADHS).
  8. Sie sind sehr Intelligent, sehr neugierig und haben keine Angst vor neuer Technik.

Nicht jedes Indigo-Kind hat alle diese Eigenschaften oder diese nicht extrem ausgeprägt. Andere Indigos haben einige weitere Merkmale wie z.B. die Legasthenie (Lese-Rechtschreib-Schwäche) oder die Dyskalkulie (Rechenschwäche).

Mir begegnen in meiner Astrologie- und Coachingpraxis immer häufiger Eltern, die mit diesen verschiedenen Eigenschaften ihrer Kinder schlicht und ergreifend überfordert sind. Sie wissen nicht, dass sie ein ganz besonderes Kind geschenkt bekommen haben und sie haben den Begriff „Indigo-Kind“ noch nie gehört.
Dem Himmel und der Göttin sei Dank, gibt es einige wenige Therapeuten, die sich mit dieser speziellen Thematik befassen und sich auch nicht scheuen, diese „Diagnose“ zu stellen. Doch was dann? Die Eltern wissen nicht, wie sie mit ihrem Kind umgehen sollten, damit sie es in seiner Andersartigkeit annehmen und unterstützen können, es gibt kaum Hilfsangebote. Umso leichter werden diese Kinder mit Psychopharmaka behandelt, um sie für die Umwelt und sich selbst „normaler“ zu machen.
Frei nach dem Motto „Was nicht passt wird passend gemacht!“ Ist es denn wirklich nötig, das Dach eines Transporters solange mit dem Vorschlaghammer zu bearbeiten, bis er flach wie ein Coupé ist? Nur damit der Wagen in die Garage passt? Wie wäre es denn, wenn man stattdessen eine andere Garage sucht?

So ist es auch Reik ergangen. Reik ist heute 15 Jahre alt und lebt mit seinem Bruder und seiner Mutter in Norddeutschland. Seine Geschichte steht stellvertretend für viele Kinder in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Vor etwa 5 Jahren ging es Reik sehr schlecht. Er hatte immer schon Probleme in der Schule, fand schlecht Anschluss und sagt über sich selbst, dass er hier irgendwie nicht hingehört. Er weiß, dass er anders ist, denn seine Schulkameraden und auch die Lehrer und Eltern lassen ihn das deutlich spüren. Reik neigt zu unkontrollierbaren Wutausbrüchen, kann sich schlecht konzentrieren. Aber Reik hat auch wunderbare andere Seiten. Er spürt intuitiv, wenn es jemandem in seiner Umgebung schlecht geht. Er ruft seine Mutter auf der Arbeitsstelle an, wenn er spürt, dass sie Kopfschmerzen hat oder traurig ist. Reik kann ganz wunderbar mit Tieren und Pflanzen umgehen. Es sieht so aus, als könne er mit diesen Geschöpfen reden. Reik hat auch eine verstärkte Wahrnehmung, was verstorbene Menschen betrifft. Er kann sie sehen und sich mit ihnen unterhalten.
Reik ist sehr intelligent. Und doch ist er sehr schlecht in der Schule. Er ist eben ein ganz besonderes Kind!

Als es ihm vor 5 Jahren so schlecht ging, ist seine Mutter mit ihm in eine Klink gefahren. Die dortige Therapeutin diagnostizierte „Indigo“. Leider sind in dieser Klinik die Therapieplätze auf 6 Wochen befristet, so dass Reik durch die Therapie lediglich verstehen lernen konnte, dass er einfach anders ist als andere Kinder mehr war in der Kürze der Zeit leider nicht möglich. Es fand sich in ganz Norddeutschland kein einziger Therapeut der mit Reik weiterarbeiten konnte oder wollte. Seit 5 Jahren sucht diese Mutter verzweifelt Hilfe für ihr Kind. Reik selbst lehnt die Einnahme von Medikamenten strikt ab, da er die Nebenwirkungen nicht aushalten will.
 
Vor gut 2 Monaten rief mich Reiks Mutter in meiner Praxis an. Sie hatte davon gehört, dass ich mich speziell mit diesen besonderen Menschen beschäftige. Sie erzählte mir, wie dankbar Sie dem Universum dafür sei, dass Sie mich gefunden hätte. Sie war so verzweifelt und als Sie mir Reiks Geschichte erzählt hatte, verstand ich warum.

Indigo- Kinder sind ein Geschenk, wenn auch eines, das uns an unsere eigenen Grenzen führt. Ihre meist sehr lautstarke Art und ihre ständige Frage nach dem Warum zwingen uns, uns selbst anzuschauen. Wie selbstverständlich führen wir jahrelang bestimmte Rituale in unserem täglichen Leben aus, ohne sie auf ihren Sinngehalt zu überprüfen? Wie häufig finden wir uns selbst in Lebenssituationen wieder, in denen wir uns wünschen, einfach ausbrechen zu können? Diese Zwänge, die wir uns selbst auferlegt haben, werden von den Indigo-Kindern in Frage gestellt. Damit eröffnet sich uns die Möglichkeit, längst überholte Thesen, Muster und Verhaltensweisen durch sie zu erkennen und diese zu verändern. Ist das nicht eine wunderbare Chance für uns alle? Und anstatt uns auf diese Chance einzulassen, diesen Spiegel mit Liebe und Respekt zu behandeln, wollen wir ihn am liebsten zerschlagen.

Unsere Welt oder Gesellschaft zeichnet sich leider viel zu häufig dadurch aus, dass alles in Kartons oder Schubladen passen muss. Es gibt nur schwarz oder weiß, kein Sowohl-als-auch. Diese Menschen fordern von uns allen jedoch den Regenbogen. Sie passen in keine Schublade und sind eine Herausforderung für uns alle und nicht zuletzt für sich selbst!

Wunderbarer Weise sind die Indigos nicht etwa das Ende der Fahnenstange der gesellschaftlichen Persönlichkeitsentwicklung. Sie sind mit ihrer Unnachgiebigkeit und fast schon renitenten Art lediglich diejenigen, die uns dazu bewegen wollen, die Augen für unser eigenes Dasein, unser Menschsein zu öffnen.
Seit ca. 1997 gibt es eine weitere Art von Menschen, die auf unsere Welt geboren werden. Sie sind die Weiterentwicklung der Indigos. Die Kristall-Kinder.

Es ist müßig zu betonen, dass rein wissenschaftlich betrachtet auch diese Kinder nicht existieren.
Wer jedoch ein solches Kind in seiner Familie begrüßen darf, der wird schon bei der Geburt sehr genau wissen, dass es sie eben doch gibt. Wer in die großen, weisen und warmen Augen eines Kristallkindes blickt, der spürt einfach, dass man diesen Kindern rein gar nichts vormachen kann. Man fühlt sich von ihnen einfach durchschaut. Dieser Blick, der in jede Zelle eindringt, vermittelt jedoch kein unangenehmes und überprüftes Gefühl. Es fühlt sich viel eher so an, dass dieser Blick uns in eine warme weiche Decke einhüllt und uns das Gefühl gibt, dass dieses Kind um alle unsere Schwächen weiß, uns liebevoll an die Hand nehmen will, um gemeinsam mit uns neue Wege zu gehen.

Während die Indigos häufig erst gehört und dann gesehen werden, kündigt sich ein Kristall-Kind auf der energetischen Ebene an bevor man es sieht. Sie sind auf ihre Weise eindringlicher und eindringender.
Kristall-Kinder sind eher kreativ als technisch. Auch sie haben einen intuitiven Zugang zur Natur und benötigen den Kontakt mit ihr ebenso dringend, wie die Indigos.
Kristall-Kinder benötigen Klarheit, Ordnung und Sauberkeit, während Indigo-Kinder eher die Meister über das Chaos sind, denn dort wo sie auftauchen bricht das Chaos aus.
Indigo-Kinder machen sich gerne schmutzig, während die Kristall-Kinder penibel darauf achten, das genau nicht zu tun.
Während die Indigos für das Lehren und Lernen stehen, stehen die Kristall-Kinder für Reinheit und Klarheit. Die Indigo-Kinder sind also, wenn man so will, die Wegbereiter der Kristall-Kinder und es ist kein Zufall, dass ältere Indigo-Kinder häufig Eltern von Kristall-Kindern werden.
Auch für die Indigo-Kinder ist jetzt die Zeit der Entwicklung angebrochen.
Spirituell gesehen, gesellen sich die Kristall-Kinder als Dank für die geleistete Arbeit zu den Indigo-Kindern.
 
Es nun nicht mehr die Zeit für die vehemente Auseinandersetzung mit dem Außen, sondern die Zeit für die eigene Position. Auch die Indigos sollen nun ihren eigenen Weg gehen. Sie sollen den Blick auf das Außen nicht verlieren, doch der Spiegel, der ihnen durch die Kristall-Kinder vorgehalten wird, zeigt ihnen, dass der große Kampf vorüber ist und sie nun die Früchte ihrer Arbeit ernten dürfen.

Wie sollten Familien, Erzieher, Pädagogen und wir alle mit diesen besonderen Kindern umgehen?
Vorschläge gibt es hier von vielen Menschen und Institutionen. Den Stein der Weisen hat bisher noch niemand gefunden. So individuell wie diese Kinder sind ist das auch nur schwerlich möglich!

Wenn wir davon ausgehen, dass jeder Mensch in seinem Leben eine bestimmte Aufgabe hat, dann ist es meiner Ansicht nach absurd, dass einige Menschen die These vertreten, dass diese Kinder die neue Elite unserer Gesellschaft sind. Denn was geschieht, wenn wir dieser These folgen? Wir grenzen diese Kinder aus! Sie bleiben brav unter sich, besuchen besondere Schulen, werden besonders gefördert und lernen mit ihren besonderen Begabungen umzugehen. Werden sie so in die Lage versetzt ihre Aufgabe tatsächlich zu erfüllen? Was macht das mit den Menschen, die sich nicht mit der Esoterik, dem New Age, der Spiritualität verbunden fühlen, die diese Weltanschauung einfach nicht nachempfinden können oder wollen? Diese Menschen werden Ängste und Ablehnung gegenüber diesen Kindern entwickeln. Wir dürfen nicht zulassen, dass diese Kinder einen Alien-Status bekommen! Gerade die Indigo-Kinder leiden unter genau diesem Zustand. Sie fühlen sich hier nicht zugehörig. Sie haben bereits das Gefühl Aliens zu sein, auf dem falschen Planeten zu leben! Genau deshalb rebellieren sie doch!

Diese Kinder, die Indigos genauso wie die Kristall-Kinder, benötigen mehr als andere Kinder das Gefühl, dass sie richtig sind, so wie sie sind. Sie brauchen den Anschluss, das Gefühl, dass sie geliebte und willkommene Kinder sind. Sie spüren sofort, ob man es ehrlich mit ihnen meint. Sie vertragen mehr als viele andere Menschen die Wahrheit. Sie fordern sie sogar rigoros ein! Aber sie teilen sie auch aus, egal wie alt sie sind. Und sie lassen sich den Mund nicht verbieten. Ja, sie sind anders! Und ja, sie sind phasenweise wirklich sehr anstrengend. Aber sie sind auch unglaublich begabt. Sie haben das Talent uns, einfach so und mit einem Lächeln im Gesicht, mit uns selbst in Kontakt zu bringen.

Wenn wir es schaffen, diesen Kindern endlich einen Platz in unserem Leben und unseren Herzen zu geben, ihnen ihre besondere Art nicht zum Vorwurf zu machen, wenn wir bereit sind ihnen mit Respekt und Achtung zu begegnen dann sind sie bereit zu lernen. Ihre Wut und ihre Verzweiflung, mit der sie uns Tag für Tag konfrontieren wird sich in die Bereitschaft uns zuzuhören wandeln. Für diese Kinder ist es lebensnotwendig zu spüren, dass sie auf allen Ebenen unseres Seins geborgen sind. Berühren Sie ihr Kind, wenn sie ihm Grenzen setzen müssen. Erklären Sie ihm, was sein Verhalten nicht nur mit ihnen sondern auch mit seinen Mitmenschen macht. Sprechen sie viel über Ihre Gefühle. Öffnen Sie ihrem besonderen Kind ihre Seele und Sie werden die Erfahrung machen, dass auch Ihr Kind Ihnen seine Seele öffnet.

Ich wünsche Ihnen die Kraft und den Mut, sich ihrem Kind zu öffnen.

Ihre Caillea

© by Caillea

Erschienen in der Zeitschrift "Horoskop im Januar" Ausgabe 01/2007