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Das mächtige Kinderzimmer

Indigo-Kinder

Erschienen in der astro-inside Ausgabe März 2010

Seit den 80er Jahren des letzten Jahrtausends werden wir verstärkt mit Kindern konfrontiert, die uns an unsere Grenzen bringen. Kinder, die „anders“ sind oder „seltsam“.  Ist das Zufall? Oder Schicksal? Was sind das für Kinder, die in diese Zeit hineingeboren werden und sich so schwer tun „normal“ zu sein?

Die modernste Bezeichnung dieser Kinder ist wohl die, des Indigo-Kindes.

Geht man den streng wissenschaftlichen Gedanken nach, dann gibt es so etwas wie ein Indigo-Kind nicht. Zumindest ist die Wissenschaft im Moment nicht bereit, etwas, dass es nicht geben kann, zuzulassen. Das ist jedoch keine neue Vorgehensweise. Erinnern wir uns an die Zeit zurück als es um die Akupunktur als Heilmethode ging oder an die Theorie der schwarzen Löcher, die früher kategorisch abgelehnt wurde, um sie dann später doch anzuerkennen.

Wenden wir uns der Esoterik zu, finden wir sowohl umfangreiche als auch einfache Definitionen der Indigo-Kinder. Der Name Indigo leitet sich von der Farbe des 6. Chakra, auch Stirnchakra oder 3. Auge genannt, ab.

Die markantesten Eigenschaften der Indigo-Kinder:

1.     Sie wirken auf  ihr Umfeld schon in jungen Jahren wissend und weise, teilweise arrogant.

2.     Sie stellen jede Autorität in Frage.

3.     Sie hinterfragen jede Sache und Handlung mit „Warum?“.

4.     Sie versuchen starre Strukturen aufzubrechen.

5.     Sie entwickeln stets neue Konzepte, bringen ungewöhnliche Ideen ein, um Ziele zu erreichen.

6.     Sie können sich nur sehr schwer auf andere Menschen einlassen.

7.     Sie zeigen häufig Symptome einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADS/ADHS).

8.     Sie sind sehr Intelligent, sehr neugierig und haben keine Angst vor neuer Technik.

Nicht jedes Indigo-Kind hat alle diese Eigenschaften oder diese nicht extrem ausgeprägt. Andere Indigos haben einige weitere Merkmale wie z.B. die Legasthenie (Lese-Rechtschreib-Schwäche) oder die Dyskalkulie (Rechenschwäche).

Was nicht passt wird passend gemacht!

Mir begegnen immer häufiger Eltern, die mit diesen verschiedenen Eigenschaften ihrer Kinder schlicht und ergreifend überfordert sind.

Es gibt zu wenige Therapeuten, die sich mit dieser speziellen Thematik befassen und sich nicht scheuen, diese „Diagnose“ zu stellen.

Die meisten Eltern wissen nicht, wie sie mit ihrem Kind umgehen sollten. Wie sie es in seiner Andersartigkeit annehmen und unterstützen können, denn es gibt kaum Hilfsangebote.

Umso leichter werden diese Kinder mit Psychopharmaka behandelt, um sie für die Umwelt und sich selbst „normaler“ zu machen.

Frei nach dem Motto „Was nicht passt wird passend gemacht!“ Ist es denn wirklich nötig, das Dach eines Transporters solange mit dem Vorschlaghammer zu bearbeiten, bis er flach wie ein Coupé ist, nur damit der Wagen in die Garage passt? Wie wäre es denn, wenn man stattdessen eine andere Garage baut?

Reik, 18 Jahre

So ist es auch Reik ergangen. Reik ist heute 18 Jahre alt und lebt mit seinem Bruder und seiner Mutter in Norddeutschland. Seine Geschichte steht stellvertretend für viele Kinder in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Vor etwa 8 Jahren ging es Reik sehr schlecht. Er hatte immer schon Probleme in der Schule, fand schlecht Anschluss und sagte über sich selbst, dass er hier irgendwie nicht hingehört. Er wusste immer, dass er anders ist, denn seine Schulkameraden und auch die Lehrer und Eltern ließen ihn das deutlich spüren.

Reik neigte zu unkontrollierbaren Wutausbrüchen, konnte sich schlecht konzentrieren. Aber Reik hatte auch wunderbare andere Seiten. Er spürte intuitiv, wenn es jemandem in seiner Umgebung schlecht ging. Er rief seine Mutter auf der Arbeitsstelle an, wenn er spürte, dass sie Kopfschmerzen hatte oder traurig war.

Reik konnte ganz wunderbar mit Tieren und Pflanzen umgehen. Es sah so aus, als könne er mit diesen Geschöpfen reden. Reik hatte auch eine verstärkte Wahrnehmung, was verstorbene Menschen betrifft. Er konnte sie sehen und sich mit ihnen unterhalten.

Reik war sehr intelligent. Und doch war er sehr schlecht in der Schule. Er war eben ein ganz besonderes Kind!

Als es ihm vor 8 Jahren so schlecht ging, fuhr seine Mutter mit ihm in eine Klink. Die dortige Therapeutin diagnostizierte „Indigo“. Leider waren in dieser Klinik die Therapieplätze auf 6 Wochen befristet, so dass Reik durch die Therapie lediglich verstehen lernen konnte, dass er einfach anders ist, mehr war in der Kürze der Zeit leider nicht möglich. Es fand sich in ganz Norddeutschland kein einziger Therapeut der mit Reik weiterarbeiten konnte oder wollte.

Die Herausforderung

Indigo- Kinder sind ein Geschenk, wenn auch eines, das uns an unsere eigenen Grenzen führt. Ihre meist sehr lautstarke Art und ihre ständige Frage nach dem Warum zwingen uns, uns selbst anzuschauen.
Wie selbstverständlich führen wir jahrelang bestimmte Rituale in unserem täglichen Leben aus, ohne sie auf ihren Sinngehalt zu überprüfen?
Wie häufig finden wir uns selbst in Lebenssituationen wieder, in denen wir uns wünschen, einfach ausbrechen zu können? Diese Zwänge, die wir uns selbst auferlegt haben, werden von den Indigo-Kindern in Frage gestellt. Damit eröffnet sich uns die Möglichkeit, längst überholte Thesen, Muster und Verhaltensweisen durch sie zu erkennen und diese zu verändern.
Ist das nicht eine wunderbare Chance für uns alle? Und anstatt uns auf diese Chance einzulassen, diesen Spiegel mit Liebe und Respekt zu behandeln, wollen wir ihn am liebsten zerschlagen!

Wunderbarer Weise sind die Indigos nicht etwa das Ende der Fahnenstange der gesellschaftlichen Persönlichkeitsentwicklung. Sie sind mit ihrer Unnachgiebigkeit und fast schon renitenten Art lediglich diejenigen, die uns dazu bewegen wollen, die Augen für unser eigenes Dasein, unser Menschsein zu öffnen.

Seit ca. 1997 gibt es eine weitere Art von Menschen, die auf unsere Welt geboren werden. Sie sind die Weiterentwicklung der Indigos.

Die Kristall-Kinder

Wer in die großen, weisen und warmen Augen eines Kristallkindes blickt, der spürt einfach, dass man diesen Kindern rein gar nichts vormachen kann. Dieser Blick, der in jede Zelle eindringt, vermittelt jedoch kein unangenehmes Gefühl. Es fühlt sich viel eher so an, dass dieser Blick uns in eine warme weiche Decke einhüllt und uns das Gefühl gibt, dass dieses Kind um alle unsere Schwächen weiß, uns liebevoll an die Hand nehmen will, um gemeinsam mit uns neue Wege zu gehen.

Sie sind auf ihre Weise eindringlicher, eher kreativ als technisch, benötigen den Kontakt mit der Natur sowie Klarheit, Ordnung und Sauberkeit.

Während die Indigos für das Lehren und Lernen stehen, stehen die Kristall-Kinder für Reinheit und Klarheit. Die Indigo-Kinder sind also, wenn man so will, die Wegbereiter der Kristall-Kinder und es ist kein Zufall, dass ältere Indigo-Kinder häufig Eltern von Kristall-Kindern werden.

Auch für die Indigo-Kinder ist jetzt die Zeit der Entwicklung angebrochen.

Spirituell gesehen, gesellen sich die Kristall-Kinder als Dank für die geleistete Arbeit zu den Indigo-Kindern.

Bedingungslose Ehrlichkeit

Wie sollten Familien, Erzieher, Pädagogen und wir alle mit diesen besonderen Kindern umgehen?

Diese Kinder, die Indigos genauso wie die Kristall-Kinder, benötigen mehr als andere Kinder das Gefühl, dass sie richtig sind, so wie sie sind. Sie brauchen den Anschluss, das Gefühl, dass sie geliebte und willkommene Kinder sind. Sie spüren sofort, ob man es ehrlich mit ihnen meint. Sie vertragen mehr als viele andere Menschen die Wahrheit. Sie fordern sie sogar rigoros ein! Aber sie teilen sie auch aus, egal wie alt sie sind. Und sie lassen sich den Mund nicht verbieten.

Ja, sie sind anders! Und ja, sie sind phasenweise wirklich sehr anstrengend. Aber sie sind auch unglaublich begabt. Sie haben das Talent uns, einfach so und mit einem Lächeln im Gesicht, mit uns selbst in Kontakt zu bringen.

Wenn wir es schaffen, diesen Kindern endlich einen Platz in unserem Leben und unseren Herzen zu geben, ihnen ihre besondere Art nicht zum Vorwurf zu machen, wenn wir bereit sind ihnen mit Respekt und Achtung zu begegnen dann sind sie bereit zu lernen.

Ihre Wut und ihre Verzweiflung, mit der sie uns Tag für Tag konfrontieren wird sich in die Bereitschaft uns zuzuhören wandeln. Für diese Kinder ist es lebensnotwendig zu spüren, dass sie auf allen Ebenen unseres Seins geborgen sind.

Berühren Sie ihr Kind, wenn Sie ihm Grenzen setzen müssen. Erklären Sie ihm, was sein Verhalten nicht nur mit Ihnen sondern auch mit seinen Mitmenschen macht. Sprechen Sie viel über Ihre Gefühle. Öffnen Sie ihrem besonderen Kind Ihre Seele und Sie werden die Erfahrung machen, dass auch ihr Kind Ihnen seine Seele öffnet.

Ich wünsche Ihnen die Kraft und den Mut, sich ihrem Kind zu öffnen.

 
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